Was ist Workation?

Graue Montage, allwöchentliche Bergfeste am Mittwoch und „TGIF“ am Freitag – wer hat nicht schon mindestens einmal mit dem Gedanken gespielt das Büro zu verlassen? Doch ist Workation das Heilmittel?

Was ist Workation?

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Vermutlich jeder, denn im Büroalltag gibt es immer wieder Anlässe wie ständige Störungen, zähe Meetings oder auch einfach graue, regnerische Tage, die zu einer Einbuße bei der Motivation sowie der Arbeitsleistung führen. Wie schön wäre es hier eine Möglichkeit zu finden, in der die äußeren Umstände so aufregend sind, dass sie eine intrinsische Arbeitsmotivation entfachen können?

Inhalt

Ist eine Workation das Heilmittel?
Warum eine Workation eine temporär hervorragende Alternative ist
Die Vorteile der Workation auf einen Blick
Welche Voraussetzungen sind für eine Workation zu erfüllen?
Eine Workation bietet viele Chancen und Möglichkeiten

Ist eine Workation das Heilmittel?

Das Wort Workation ist ein Neologismus aus „work“ und „vacation“, die Verbindung von Arbeit und Urlaub in einem also. Der Hintergedanke einer Workation ist es raus aus dem alltäglichen Umfeld zu kommen um an einem, meist interessanteren Ort die Produktivität wieder zu finden. Im ersten Moment klingt es zu schön um wahr zu sein, allerdings ist die Begrifflichkeit mit Vorsicht zu genießen. Es geht nicht darum bezahlten Urlaub zu machen, sondern die aufregenden Dinge des Lebens mit der Arbeit und dem Job zu verbinden.

Nicht umsonst steht bei einer Workation das Wort „work“ am Anfang. Es geht vorrangig darum besonders gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, die mehr Produktivität und ein besseres Ergebnis ermöglichen. Dabei ist es natürlich enorm wichtig, dass die alltägliche Arbeit auch entsprechend ortsunabhängig erledigt werden kann. Ein Fließbandmitarbeiter oder Arzt seiner Praxis ist sicherlich schwieriger dazu in der Lage als es ein Online-Unternehmer ist oder IT-Spezialist, der per Fernzugriff (remote) an den Systemen arbeiten kann. Dennoch gibt es fast in jedem Job die Möglichkeit bestimmte Tätigkeiten in Ruhe für einen bestimmten Zeitraum an einem anderen Ort zu bearbeiten.

Warum eine Workation eine temporär hervorragende Alternative ist

Die Trennung von Arbeit und Freizeit ist in unserer Gesellschaft ein viel diskutiertes Thema. Auch bei einer Workation findet hier eine eindeutige Trennung statt. Der Vorteil der Workation liegt allerdings darin, dass sich die geographische Entfernung zwischen Arbeit und Freizeit praktisch auf null reduziert. Oft gibt es für jeden von uns das „eine“ Hobby, was mehr oder weniger lebensbestimmend ist. Ski fahren, Berg laufen, Tauchen, Reisen – es gibt so viele Dinge, mit denen man sich in der Freizeit entspannen kann. Oft liegt hier jedoch eine entsprechende Distanz zwischen, so dass entweder nur der Arbeit oder nur dem Hobby nachgegangen werden kann.

Der Ansatz der Workation ist nun diese beiden Ansätze zu kombinieren und aus dem „entweder oder“ ein „zusammen“ zu machen. In der praktischen Umsetzung kann dies beispielsweise bedeuten, dass der oder die Mitarbeiter für einen bestimmten Zeitraum in der Region arbeiten, in der sie auch gleichzeitig ihrem Hobby nachgehen können. So könnte der begeisterte Skifahrer während der Winterzeit beispielsweise für einen Monat sein Büro in eine Mietwohnung in einem Skigebiet verlegen. Während seiner Arbeitszeit kann er nun weiterhin und ohne jegliche Einschränkungen seiner Arbeit nachgehen. Macht er zwischendrin eine Pause oder beendet den Arbeitstag ist er innerhalb weniger Minuten umgezogen und auf der Skipiste. Das Gleiche gilt für alle andere Freizeitbeschäftigungen, die nur an bestimmten Orten oder Regionen auszuüben sind.

Kann die Workation der Kündigung vorbeugen?

Um die Frage beantworten zu können, ist es wichtig die Kündigungsgründe der Menschen zu verstehen. An dieser Stelle möchte ich auf eine statistische Darstellung der Statista eingehen, wonach sich die Gründe der Arbeitnehmer-Eigenkündigungen wie folgt verteilt (mehrere Antworten waren möglich, daher kein Aufsummieren auf 100% möglich):

  • 61,6% – schlechte Bezahlung
  • 53,9% – schlechtes Arbeitsklima
  • 34,1% – keine Weiterentwicklung möglich & zu wenig Verantwortung
  • 24,4% – kürzerer Weg zu Arbeit

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/214558/umfrage/umfrage-zu-gruenden-fuer-einen-arbeitsplatzwechsel/

Grundsätzlich fühlen sich vermutlich 90% und mehr in ihrem Job nicht ausreichend bezahlt und nicht ihrem Wunsch und ihrer Qualifikation entsprechend eingesetzt. Aus der statistischen Übersicht ist dies eindeutig erkennbar, denn über 60% der Arbeitnehmer führten ihre Eigenkündigung auf eine schlechte Bezahlung zurück beziehungsweise die Motivation auf die bessere Bezahlung im neuen Job. Zusätzlich spielt das Thema Verantwortung und Weiterentwicklung bei mehr als einem Drittel der Eigenkündigungen eine große Rolle.

Eine Workation kann an der Stelle direkt einige der Gründe positiv beeinflussen. Während der Arbeitnehmer für seinen Urlaub das Geld investieren muss (An- und Abreise), übernimmt dies der Arbeitgeber bei einer Workation. Zusätzlich dazu kennt vermutlich jeder von uns den Motivationsschub ein gutes oder noch besseres Ergebnis abzuliefern, wenn man dies einem Wunschort bearbeiten kann. Dabei muss die Workation nicht immer zwingend am Sandstrand oder in den Bergen sein. Vielmehr geht es bei dem Grundgedanken darum den gewohnten Arbeitsort durch einen neuen zu ersetzen. Etwas Neues zu erleben und zudem in Verbindung mit der Freizeit zu bringen wird bei den meisten für eine positive Einstellung der Workation gegenüber sorgen.

Die Vorteile der Workation auf einen Blick

Mit der Organisation einer Workation lassen sich einige Vorteile generieren, die ansonsten im normalen Arbeitsumfeld nicht möglich wären. Grundsätzlich kann eine Workation alleine oder in einem größeren Team organisiert werden. Hierbei ist es im ersten Moment nicht erforderlich, dass sich die Teilnehmer vorher kennen. So wäre es beispielsweise möglich, dass sich ein Mitarbeiter mit einem ortsunabhängigen Arbeitsplatz allein für eine Workation in der Südsee anmeldet, um dort gemeinsam mit anderen Tauchbegeisterten die Freizeit genießen zu können. Gleichzeitig wäre es aber auch möglich ein Team von wanderbegeisterten Mitarbeitern für eine bestimmte Zeit zu einer Workation in den Bergen zu laden. Und sollte es im Team hinsichtlich der Freizeitaktivitäten keine Überschneidungen geben, so kann aus dem Team heraus immer noch ein für jeden interessanten Ort benannt werden.

Eine Workation bietet zudem immer den Vorteil, dass es sich dabei um bezahlte Arbeitszeit handelt. Insofern gibt es keine finanziellen Einbußen dadurch bei den Teilnehmern, sondern bietet oftmals und richtig organisiert einen wahren Mehrwert. Die Option zwischen grauen Himmel am Arbeitsplatz oder dem Blick aufs Meer oder ein Alpenpanorama lässt viele Mitarbeiterherzen höherschlagen, kostet sie aber im Rahmen einer Workation keinen Cent mehr.

Für den Arbeitgeber ergibt sich durch eine Workation die Möglichkeit die Mitarbeiter besser motivieren und zu besseren Ergebnissen führen zu können. Die finanzielle Investition in eine Workation ist teilweise nicht unerheblich, aber wer hier die richtigen Menschen miteinander kombiniert und ihnen über den Ort der Workation die Möglichkeit der attraktiven Freizeitgestaltung bietet, wird die Kosten oftmals über einen Produktivitätsvorteil kompensieren können.

Welche Voraussetzungen sind für eine Workation zu erfüllen?

Eine Workation kann immer und oftmals auch sehr kurzfristig organisiert werden. So wäre es beispielsweise möglich eine aktuelle Herausforderung eines Teams durch eine Workation bearbeiten zu lassen. Je nach geographischer Lage ist fast jeder Ort der Welt nach spätestens einem Tag erreicht. Wer sich in Hamburg am Montag und Dienstag die Zähne an einem Problem ausbeißt, könnte den Rest der Woche mit seinem Team das Problem in ungestörter Atmosphäre am Meer bearbeiten. Gleichermaßen könnte man in München oder Stuttgart am Ende der Vorwoche eine Workation für eine Woche oder länger in den Alpen organisieren, wohin die Anfahrt entsprechend kurz ausfällt.

Neben geographischen Distanzen sind aber vor allem zwei wichtige Faktoren, die über den Erfolg oder Misserfolg einer Workation entscheiden: die Person(en) und der Job!

Der Job oder mindestens ein Teil davon muss ortsunabhängig sein
Je mehr Anteile in einem Job nicht ortsgebunden sind, desto einfach ist es eine Workation zu organisieren. Das entfällt sicherlich für einen Feuerwehrmann oder eine Kassiererin, aber auch hier wären strategische Fragestellung unweigerlich ortsunabhängig organisierbar. Insofern besteht die erste Aufgabe darin die konkrete Aufgabenstellung für die Workation zu formulieren. Diese kann sich sowohl auf die alltägliche Arbeit beziehen, bei einem hohen Grad an Ortsungebundenheit, aber auch auf projektbezogene Zielszenarien.

So ist es natürlich auch möglich den Split zwischen Haupterwerb und Sidepreneur-Business zu schaffen. Während sich dies beispielsweise im Hauptjob nicht realisieren lässt, könnte der Nebenerwerb in einer Workation ausgeübt werden. Der Wunsch nach einem Nebenerwerb ist ein ständig präsenter und zudem in den vergangenen Jahren auch steigender. Warum also nicht einfach mit dem Nebenjob an einer Workation teilnehmen?

Die Person muss für eine Workation bereit sein
Zweifelsfrei gibt es Menschen, die hierfür geeignet oder auch weniger gut geeignet sind. Hier gilt es für sich selbst oder für den Mitarbeiter zu erörtern, ob im Rahmen einer Workation das gewünschte Arbeitsergebnis erreicht werden kann. Dabei geht es nicht darum ein besonders hohes Ziel zu stecken, sondern die Disziplin aufzubringen sich an einem anderen Ort als dem Büro zur Arbeit motivieren zu können. Das ist nicht jedermanns Sache, weshalb es die Fragestellung unbedingt zu klären gilt. Im Zweifel sollte es einfach in einem Versuch erprobt und danach bewertet werden.

Eine Workation bietet viele Chancen und Möglichkeiten

Abschließend und nach Abwägung der aufgeführten Argumente bleibt festzuhalten, dass die Workation für eine Vielzahl von Jobs oder speziellen Aufgabenstellung aus einem Job heraus überaus gut geeignet ist. Die Verbindung von Arbeit an einem Urlaubsort (oder einfach einem anderen Ort als dem Büro) bietet die Chance die Motivation maßgeblich zu erhöhen und das Arbeitsergebnis positiv zu beeinflussen.

Am Ende kommt es zwar immer auf den Einzelfall an, aber im Rahmen der Veränderung von Arbeitsplätzen ist die Workation ein interessantes und zudem durchaus zukunftsweisendes Konzept die Arbeit für Einzelne oder im Team weitaus produktiver und angenehmer zu gestalten.

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